Die Faustballabteilung

1957 gründeten aus Oberweier stammende Faustballer, die in Muggensturm geheiratet hatten, zusammen mit interessierten einheimischen Sportlern die Abteilung Faustball beim TV Muggensturm. Dies waren Erwin Späth, Albert Adam und Otto Feiler aus Muggensturm sowie Wendelin Müller, Robert Müller, Alfons Reiter, Karl Hacker und Benedikt Dehmer aus Oberweier.

Die Mitgliederzahl betreffend schafften die Faustballer nie den großen Durchbruch, doch das Fähnlein der etwa gleichbleibend 15 Aktiven ist bis heute ein ,,verschworener Haufen". Das gemeinsame Faustballspiel war die Grundlage für Kameradschaft und Freundschaft, auch im privaten Bereich. So stellten sich sportliche Erfolge nicht von ungefähr ein.

Die Trainingsbedingungen waren anfangs, vor allem im Winter, nicht die besten, denn der Saal im ,,Badischen Hof" ließ nur ein auf Technik reduziertes Üben zu. Allzuoft hatte man dabei zu Bruch gegangene Fensterscheiben zu ersetzen. Nach dem Einzug in die Schultumhalle waren die Bedingungen natürlich besser, doch die zugewiesenen Trainingszeiten widersprachen jeder Trainingslehre. Jahrelang konnte man das Training nur am Sonntagmorgen von 7 bis 9 Uhr oder am Samstagabend von 20 bis 22 Uhr durchführen.

Im Frühjahr, meistens nach den Osterferien, verlegte man dann das Training ins Freie auf den Turnsportplatz und bereitete sich auf die Feldrunde vor.

Von 1960 bis 1962 konnte man in Rastatt das Wilhelm-Gaiser-Gedächtnisturnier in ununterbrochener Folge dreimal gewinnen. Der gestiftete Pokal gelangte in Muggensturmer Besitz.

1962 wurde die 1. Mannschaft in der Meisterklasse Sieger, verzichtete jedoch aus finanziellen Gründen auf die Aufstiegsspiele zur Landeskiasse. Die 2. Mannschaft errang in der Gauklasse ebenfalls die Meisterschaft und stieg in die Meisterklasse auf. Zu jener Zeit standen für die Fahrten zu Spielen oder Turnieren nicht immer genügend PKWs zur Verfügung. So kam es vor, daß man einen PKW anmieten mußte, um alle Interessierten mitnehmen zu können.

Die Faustballer erspielten sich eine führende Position unter den Vereinen Südbadens und krönten ihre Leistung 1967 mit der südbadischen Meisterschaft in der Männerklasse II (damals ab 32 Jahre). Dieser Erfolg berechtigte zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in Bamberg.

1975 wurde man Gruppensieger und schaffte den Aufstieg in die Landesklasse.

1979 wurde die 1. Mannschaft ungeschlagen Meister der Gauklasse, verpaßte aber knapp den Aufstieg in die Landesklasse.

Im selben Jahr reisten Spieler als Zuschauer zur Faustballweltmeisterschaft in St. Gallen (Schweiz). Dort zeltete man auf dem Sportgelände in Nähe der Wettkampfstätten und konnte sich so mit Nationalspielern der verschiedenen Ländermannschaften bekanntmachen.

Bei einem internationalen Turnier 1980 in Enns (Österreich) belegte man unter 56 teilnehmenden Mannschaften einen 16. Platz.

Im Jubiläumsjahr 1982 (25 Jahre Faustball in Muggensturm) konnte man in die Landesklasse Süd aufsteigen, nachdem man den zweiten Platz in der Feldrunde der Gauklasse erreicht und die Aufstiegsspiele siegreich absolviert hatte. In der Männerklasse II wurde man ungeschlagen Meister und qualifizierte sich somit für die badischen Meisterschaften in Lahr. Sportlich beging man das Jubiläums mit zwei Faustballturnieren in der Wolf-Eberstein-Halle.

In den folgenden Jahren qualifizierte sich die Mannschaft der Männerklasse II immer wieder, sowohl auf dem Feld als auch in der Halle, für die badischen Meisterschaften.

Doch 1986 war man altersbedingt und mangels Nachwuchses an einem personellen Tief angelangt. Dies führte zum sportlichen Rückzug aus den Spielklassen. Durch intensives Werben gelang es, sieben jüngere Sportler für den Spielbetrieb zu gewinnen. 1987 konnten die Faustballer dann in der Gauklasse den Spielbetrieb in Feld- und Hallenrunde wieder aufnehmen.

1990 waren Muggensturmer Faustballer wiederum interessierte Zuschauer bei der Faustballweltmeisterschaft in Föcklabruck (Osterreich).

Im Jahre 1999 wurde man Meister in der Gauliga und stieg in die Bezirksliga auf.

Auch 1999 waren Muggensturmer Faustballer  interessierte Zuschauer bei der Faustballweltmeisterschaft in Olten (Schweiz).

Nach wie vor wird Gemeinsinn bei den Faustballern großgeschrieben. Man trifft sich bei Geburtstagen, die man mit den Frauen gemeinschaftlich feiert. Die Traditionsveranstaltung der Spieler jedoch ist die Wanderung zum Eichelberg oder der Tannenbuschhütte alljährlich am zweiten Weihnachtsfeiertag. (bis 1995)

Seit Gründung 1957 führten die Abteilung: Wendelin Müller (1957 - 1958), Erwin Späth (1959 - 1961), Albert Späth (1962 -1964), Robert Müller (1965 - 1975), Rolf Hornung (1976 - 1994).

Seit 1995 ist Frank Neumaier Abteilungsleiter.